Neuköllner Theatertreffen der Grundschulen

Zum  21. Mal fand in diesem Juni das Neuköllner Theatertreffen der Grundschulen statt, das vom Förderverein der Schule getragen wird.

In der vergangenen Woche war die Lisa-Tetzner-Schule der Spielort für einige der insgesamt 24 öffentlichen Aufführungen. Zeitgleich zeigten an die 20 Schulen aus ganz Berlin sich gegenseitig Ausschnitte ihrer Arbeit im nicht-öffentlichen „Theaterlabor“,  erhielten moderierte Feedbacks und Workshops (Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, vgl. dazu ntt-g.com).

 

In den vergangenen 3 Wochen wurden im Heimathafen Neukölln, im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt  und unserer Schule 44 Produktionen von 38 Schulen aus ganz Berlin unter großem Beifall der begeisterten Zuschauer gezeigt.

 

Wir sahen vielfältiges Theater:

Figuren verschwanden singend und tanzend in Bücherwelten, sie zappelten in selbst entwickelten Musicals als Dämonen, Vampire und gestaltgewordene Sümpfe. Kleine Mädchen traten selbstsicher für die Buntheit der Welt ein. Wir erfuhren die Gedanken und hörten die Appelle der Kinder und Jugendlichen,  in denen es um Toleranz, Offenheit und Respekt ging  und um Solidarität und wie viel Mut man dafür braucht. Und Spaß am Leben - darum ging es auch.

Es gab Stücke, in denen Märchenfiguren oder Liebespaare miteinander kämpften, hingeschmierte Zahlen streikten, wilde und rohe Geschöpfe zum friedlichen Leben bekehrt wurden und sogar zum Besuch von Theaterstücken und ein Stück, in dem eine Gruppe aus Versatzstücken einer eigenen Flüchtlingsgeschichte ein kunstvolles und bewegendes Theaterstück machte, das uns Zuschauer packte. 

Kinder haben Texte gelernt, die ihnen zunächst ganz fremd waren oder sie haben aus ihrem eigenen Leben gespielt und wir Zuschauer haben im Theater manches erlebt, was wir so vorher nicht kannten.

Das gelang deshalb, weil die DarstellerInnen und Ihre Theaterlehrerinnen über lange Zeit ausdauernd und unermüdlich gearbeitet haben. Immer wieder haben die Kinder Texte eingepaukt, deren Sinn manchmal zu Anfang verschlossen war, sie haben gelernt ihre MitspielerInnen genau zu beobachten, auf sie angemessen zu reagieren und mit ihnen zusammen zu arbeiten, zu tanzen und zu singen, sie haben an ihrer Aussprache und Textgestaltung gearbeitet, daran, in der jeweiligen Rolle zu bleiben und ihren Körper zu beherrschen. Sie haben all das so oft geübt, dass sie es vor großem Publikum auf der Bühne abrufen können und dabei überzeugend und präsent wirken.

Damit haben sie in einem Jahr große Fortschritte in ihrer Sprachkompetenz gemacht und Grundlagen erworben, nach denen in ihrem zukünftigen Berufsleben gefragt werden wird. Sie können sicherer und selbstbewusster auftreten und sich zugleich besser auf andere einstellen und zeigen damit „Lernzuwachs“ in der  personalen und sozialen Kompetenz, die die Bildungspläne anstreben.

Und das Spielen für andere hat ihnen sichtlich Spaß gemacht!

 

Neben den öffentlichen Aufführungen nutzen auch immer mehr Gruppen die Möglichkeit, ohne Aufführungsdruck im sogenannten „Theaterlabor“ Teile ihrer Produktionen zu zeigen, von anderen SpielerInnen dazu Anregungen zu erhalten und kleine Workshops zu besuchen.

Das Labor zeigt einmal mehr, wie viel und wie ernsthaft in Berliner Grundschulen Theater gespielt wird, obwohl das „Darstellende Spiel“ nicht allgemeines Unterrichtsfach ist wie in Hamburg.

Dass es bei der großen Anstrengung, die das allen Beteiligten über ein ganzes Schuljahr abverlangt, ein so reges Theaterleben an den Grundschulen gibt, muss daran liegen, dass alle, die dies tragen, von seiner Bedeutung überzeugt sind.

 

 

In der Lisa-Tetzner-Schule gibt es noch Karten für folgende Abendaufführungen:

 

Am 1. 7. und 12.7., 18:00 Uhr: Der Sturm 

(Theater AG, 5. und 6. Klassen, ein märchenhaftes Inselstück mit Musik und Tanz)

 

Am 8.7., 18 Uhr: Abenteuer im Land der Trolle 

(Produktion aus dem Theaterunterricht der Klasse 2c 

mit der Musik von Edvard Grieg))

 

Am 29.6. und 6.7., 18 Uhr: Aufstand der Zahlen (Knirpsen-AG, Klasse 4)

 

 

Wir möchten darum bitten, während der Vorstellungen alles dafür zu tun, dass die DarstellerInnen sich optimal konzentrieren können. Die Abendvorstellung des „Sturm“ ist für Kinder unter 7 Jahren nicht geeignet.

 

Liebe Eltern, Freunde, Verwandte,  wir freuen uns sehr, wenn Sie kommen  und sehen, was Ihre Kinder auf die Beine gestellt haben!

 

 

 

Cornelia Tiefenbacher

In Kooperation mit:


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